Archiv für den Monat Mai 2021

TV-Nachrichten: Die Kunst des stilvollen Abschieds

Immer elegant, immer charmant, und in ihrer Abschiedssendung ganz besonders stilvoll: Petra Gerster hat ihre letzte Heute-Sendung präsentiert und sich von ihren Zuschauern verabschiedet. „Das war’s für mich“, sagte die 66-jährige Journalistin vor laufender Kamera. „Fast 23 Jahre lang durfte ich Sie an dieser Stelle mit den Nachrichten des Tages versorgen.“ Sie dankte den Zuschauern für ihr Vertrauen und schloss mit einem Zitat des ehemaligen Frankfurter Fußballtrainers Dragoslav Stepanovic: „Lebbe geht weider!“ Allein im Zweiten schalteten 4,59 Millionen Menschen ein, bei 3Sat waren es gut 380.000. Die Quote lag insgesamt bei 20,7 Prozent. Hier die Minuten von Gersters Verabschiedung in der Heute-Sendung:

Aber warum berühren uns Abschiedsworte von Nachrichten-Präsentatoren so sehr? Weil die persönliche Ansprache im strengen Ablauf einer Nachrichtensendung angenehm aus dem Rahmen fällt. Weil ein paar freundliche Worte in der Flut der überwiegend schlechten Meldungen wohltuend sind. Weil Dankesworte den sonst immer beherrschten Nachrichten-Präsentator menschlicher werden lassen. Und weil vertraute Nachrichten-Präsentatoren gern gesehene Gäste in unseren Wohnzimmern sind. Wir empfinden Dankbarkeit für die Informationsvermittlung, die Verlässlichkeit und die Glaubwürdigkeit über all die Jahre, und jetzt wird der Dank einmal an die Zuschauer zurückgegeben.

Jeder hat dabei seine eigene Art, sich zu verabschieden. Jan Hofer bindet sich die Krawatte ab, Tom Buhrow zitiert Theodor Fontane, und Ulrich Wickert wünscht noch einmal „eine geruhsame Nacht“. Hier die beeindruckensten Abschiedsworte von deutschen Nachrichten-Präsentatoren:

Jan Hofer:

Thomas Roth:

Tom Buhrow:

Ulrich Wickert:

Dagmar Berghoff:

Karl-Heinz Köpcke:

Eurovision Song Contest: Wussten Sie, dass..?

Das aktuelle Logo des ESC stammt von Cornelis Jacobs und seinem Team von Cityzen Agency und wird seit 2004 – und seit 2015 leicht verändert – verwendet. Quelle: EBU

Europas größte Musikshow steht bevor. Zum 65. Mal wird von Dienstag bis Samstag der Eurovision Song Contest ausgetragen, diesmal in Rotterdam, nachdem 2019 Duncan Laurence mit dem Lied „Arcade“ für die Niederlande gewann, und 2020 wegen Corona kein ESC stattfand. Für Deutschland tritt in diesem Jahr Jendrik Sigwart mit „I don’t feel hate“ an. Jendrik hat das Lied selber geschrieben und produziert. Es beinhaltet drei Zeilen auf Deutsch und ist damit seit 2007 der erste deutsche Beitrag, der Deutsch enthält. Hier noch mehr Wissenswertes rund um den Eurovision Song Contest (ESC):

  • Der ESC findet seit 1956 statt und wird von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet.
  • In Deutschland hieß der Wettbewerb bis 2001 Grand Prix Eurovision de la Chanson. Seit 1992 lautet die offizielle Bezeichnung Eurovision Song Contest.
  • Der ESC ist ein Musikwettbewerb für Komponisten, Textdichter und Songwriter.
  • Die Trophäe wird zwar dem Interpreten übergeben, geht dann aber in den Besitz des Songschreibers über. Dem Interpreten bleibt der gesteigerte Bekanntheitsgrad durch den Sieg.
  • Jedes Lied muss live gesungen werden, ausgenommen des Begleitgesangs.
  • Von 1966 bis 1972 und von 1977 bis 1998 musste jeder Interpret in der jeweiligen Landessprache singen. Seit 1999 ist die Sprache, in der gesungen wird, wieder freigestellt.
  • Es muss sich um einen Originallied handeln; es darf also keine Coverversion eines älteren Songs sein.
  • Die Lieder dürfen frühestens am 1. September des Vorjahres veröffentlicht werden.
  • Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Es dürfen höchstens sechs Personen auf der Bühne mitwirken.
  • Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken.
  • Lied oder Auftritt dürfen keine politische Botschaft enthalten oder dem Image des Wettbewerbs schaden.
  • Irland hat mit sieben Siegen am häufigsten gewonnen, gefolgt von Schweden mit sechs Siegen. Je fünfmal haben Frankreich, Luxemburg, Großbritannien (UK) und Niederlande den ersten Platz gemacht.
  • Deutschland hat zwei Mal gewonnen: 1982 mit „Ein bisschen Frieden“ gesungen von Nicole und 2010 mit „Satellite“ von Lena.
  • Mit 63 Teilnahmen ist Deutschland das Land, das am häufigsten beim ESC mitmachte.
  • Die erfolgreichste Sprache beim Wettbewerb ist Englisch mit 31 Siegesliedern, gefolgt von Französisch mit 14 Siegesliedern. In Hebräisch und Niederländisch waren je drei erstplatzierte Songs getextet.
  • Der erfolgreichste Teilnehmer kommt aus Irland. Johnny Logan gewann zweimal als Sänger (1980 mit „What’s another year“ und 1987 mit „Hold me now“) und einmal als Komponist (1992: „Why me“).
  • Der ESC machte einige Interpreten, die vorher noch weitgehend unbekannt waren, zu internationalen Stars. Das gilt besonders für die schwedische Popgruppe ABBA, die 1974 mit „Waterloo“ gewann. Die franko-kanadische Sängerin Céline Dion wurde durch ihren Sieg für die Schweiz 1988 mit „Ne partez pas sans moi“ europaweit bekannt. Zu Weltruhm durch den ESC gelangte die irische Folkloregruppe Riverdance. Sie trat 1994 als Pausenfüller auf.

Indiana Jones und die Doku auf Arte

Indiana Jones Logo (c) Lucasfilm Ltd.

Diese Doku ist wie eine Geburtstagsfeier und Schatzsuche in einem. 40 Jahre nach dem ersten Indiana-Jones-Film geht Arte dem popkulturellen Phänomen des legendären Archäologen mit Peitsche und Hut auf den Grund. Die sehenswerte Dokumentation „Indiana Jones – Eine Saga erobert die Welt“ bietet umfangreiches Archivmaterial, lässt die Macher George Lucas, Steven Spielberg und Harrison Ford über ihre Erfahrungen erzählen und zeigt, wie es ihnen gelang, das Genre Abenteuerfilm zu revolutionieren.

„Indiana Jones – Eine Saga erobert die Welt“ am Freitag 14.5. um 22.55 Uhr auf Arte und bis zum 13.7.2021 hier:

Indiana Jones und die Enthüllungen zum fünften Film

Indiana Jones Logo (c) Lucasfilm Ltd.

Wonach wird er dieses Mal suchen? Wer sind seine Gegner und wer seine Verbündeten? Und wer spielt mit im neuen Abenteuer des legendären Archäologen? Das lang ersehnte und immer wieder verschobene Projekt „Indiana Jones 5“ nimmt langsam aber sicher Gestalt an und ist vielversprechend. Bekannt ist bisher, dass Mads Mikkelsen („Casino Royale“) eine tragende Rolle übernimmt. Er las bereits das Drehbuch und ist ganz begeistert. „Es hatte alles, was ich mir gewünscht hatte. Einfach großartig.“ schwärmt der dänische Schauspieler. Außerdem auf der Besetzungsliste: Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“) und Thomas Kretschmann („Ballon“). Harrison Ford spielt den Archäologen mit Peitsche und Hut noch einmal. John Williams komponiert wieder die Musik. Das Drehbuch schreibt Jonathan Kasdan, der David Koepp ersetzt. Die Inszenierung übernimmt James Mangold („Logan“), nachdem Steven Spielberg den Regiestuhl abgegeben hat und jetzt nur noch als ausführender Produzent tätig ist. Spielberg begründete seine Entscheidung damit, er wolle „Platz machen für eine neue Generation, die ihre Perspektive der Geschichte einbringen soll“.

Der noch titellose fünfte Teil der Indiana-Jones-Filmreihe soll ab Sommer 2021 gedreht werden und am 28. Juli 2022 in den deutschen und am darauffolgenden Tag in den US-amerikanischen Kinos starten.

Tod auf dem Nil: Die neuen Morde

Ein Verbrechen, und alle Anwesenden verdächtig – das ist Agatha Christie! Und in ihrem Kriminalroman „Tod auf dem Nil“ geht es besonders raffiniert zu. Hier wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway auf ihrer Hochzeitsreise ermordet. Jeder der Mitreisenden hatte ein Motiv. Die Geschichte wurde bereits 1978 glanzvoll verfilmt. Jetzt steht eine Wiederverfilmung an. Nach einigen Verschiebungen soll sie im Februar 2022 in die Kinos kommen. Kenneth Branagh übernimmt die Rolle des belgischen Meisterdetektivs Hercule Poirot und führt Regie. Aber kann eine Wiederverfilmung dem gelungenen Klassiker noch etwas hinzusetzen? Sie kann, wie schon die Neuinszenierung von „Mord im Orient-Express“ bewies, die über einen eigenen Charme und Reiz verfügt. Auch dann, wenn man die Auflösung schon kennt. Allein der Trailer ist schon vielversprechend:

Zum Vergleich: der englischsprachige Trailer von „Tod auf dem Nil“ aus dem Jahr 1978. Arte zeigt den Klassiker am Sonntag, 2. Mai, um 20.15 Uhr.