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Bourne vs. Bond

Seit Daniel Craigs erstem Bond-Film „Casino Royal“ ist 007 härter und realistischer denn je. Kein Charmeur oder Gentleman mehr, sondern ein knallharter Agent und Killer, der auch äußerste Gewalt anwendet. Es gibt kaum mehr Spezialwaffen mit technischen Spielereien, aber mehr innere Konflikte. 


Maßgeblichen Anteil an diesem Richtungswechsel wird der Bourne-Filmreihe zugeschrieben. Der erste Teil, „Die Bourne Identität“ (mit Matt Damon), kam 2002 vier Jahre vor „Casino Royale“ ins Kino und war ein großer Erfolg. Der Film prägte einen neuen Stil für das Action-Genre: Wackelkamera, harte Nahkampfszenen, Parkour-Elemente und eine dunkle Vergangenheit des Helden. 

Regisseur Doug Liman, der zuvor zwei kleine Independent-Filme gedreht hatte, sagte gegenüber Slashfilm.com: „Ich wollte immer einen Bond-Film drehen, aber sie heuern keine amerikanischen Regisseure an. (…) Ich zog los und machte ‚Die Bourne Identität‘. Und nachdem ‚Die Bourne Identität‘ rauskam, war ‚Casino Royale‘ der nächste James-Bond-Film, der den Stil von Bourne komplett kopierte. Ich wollte wirklich Bond drehen, und dann kopierte Bond wiederum Bourne. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.“ Bis heute wisse er nicht, ob er sich ärgern oder geschmeichelt fühlen solle.

Der fünfte Teil der Bourne-Filmreihe, „Jason Bourne“, läuft am Montag Abend um 22.15 im ZDF. Wiederholung in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0.20 Uhr.

Bond wird keine Frau

James Bond hat mal wieder Probleme. Aber dieses Mal sind es echte, also solche in der Wirklichkeit. Erst musste der Kinostart des neuesten Films „Keine Zeit zu sterben“ wegen Corona mehrfach verschoben werden – zuletzt auf den 8. Oktober 2021 -, und jetzt sollen Szenen nachgedreht werden, weil die in dem Film platzierten Produkte nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen. Die Werbepartner Nokia, Adidas und der Uhrenhersteller Omega wollen Produkte einbauen, die beim ersten Dreh noch nicht auf dem Markt waren. Von Nokia etwa wäre das Smartphone 8.3 5G zu sehen gewesen. Möglich, dass Bond jetzt das Nachfolgemodell benutzt. Dafür lässt die Produktionsfirma MGM angeblich die Szene neu drehen, in der Q dem Geheimagenten seine Ausrüstung zeigt.

Auch eine Veröffentlichung bei den Streamingdiensten Apple und Netflix war im Gespräch. Mittlerweile haben das die Bond-Macher aber ausgeschlossen. Der Film stehe nicht mehr zum Verkauf, heißt es. Man wolle „Keine Zeit zu sterben“ ganz normal ins Kino bringen. 

Schon vor Corona war James Bond in den Schlagzeilen, weil das Gerücht umging, Bond könnte in künftigen Filmen eine Frau sein. Dem widersprach aber Produzentin Barbara Broccoli. Sie will keine Frau als Bond sehen und sagte 2019 in einem Interview: „Er ist ein männlicher Held. Er wurde als Mann geschrieben. Und das ist gut so. Wir müssen keine männlichen Figuren in Frauen verwandeln. Lasst uns lieber mehr weibliche Figuren erschaffen.“ Produzent Michael Wilson stimmte zu: „Bond ist als Mann konzipiert, das wollen wir nicht ändern. Bond ist außerdem Brite, ansonsten gibt es keine Festlegungen. Hautfarbe spielt in jedem Fall keine Rolle.“

Als Nachfolger von Daniel Craig werden Michael Fassbender, Tom Hiddleston, Tom Hardy und Idris Elba gehandelt.

Der Trailer von „Keine Zeit zu sterben“:

Hier noch mehr Fun Facts rund um „Keine Zeit zu sterben“, entnommen aus dem Buch „Unnützes James Bond Wissen“ von Danny Morgenstern, das bei Cross Cult erschienen ist: 

  • Die im Dezember 2001 geborene Billie Eilish ist die jüngste Interpretin eines Bond-Songs, die es je gab.
  • Ihr Titellied „No Time to Die“ wurde am 14. Februar 2020 um 1:00 Uhr nachts deutscher Zeit veröffentlicht. Das Lied basiert auf dem gleichen Tonmotiv, das auch schon in den letzten drei Craig-Bond-Filmen Verwendung fand, und endet mit dem Schlussakkord des James Bond-Themas.
  • Der erste Bond-Film, den Regisseur Cary Fukunaga im Kino gesehen hat, war „Im Angesicht des Todes“ (1985). Aus diesem Grund wollte er auch Grace Jones, die damals May Day gespielt hatte, bei seinem Bond dabei haben. Sie sagte die Rolle erst zu und dann mit der Begründung ab, sie habe nicht genug Text.
  • „A View to a Kill“ von Duran Duran ist nach Cary Fukunagas Aussage einer der besten Bond-Songs aller Zeiten.
  • Nach Bonds Dauerfreundin Sylvia Trench in den ersten beiden Kinofilmen der Reihe ist Léa Seydoux nach 56 Jahren das erste wiederkehrende Bond-Girl, das in derselben Beziehung zu 007 steht wie im Film zuvor.
  • Die ersten Szenen von einem Drehort nahe Oslos zeigen einen unheimlichen Maskenmann, der ein blondes, junges Mädchen hinkend durch den Schnee verfolgt. Die regenbogenfarbene Jacke des blonden Mädchens, das auf dem Eis gejagt wird, stammt von Marks & Spencer und wurde innerhalb von Stunden nach Veröffentlichung des Videos ein Verkaufsschlager.
  • Nach „James Bond 007 jagt Dr. No“ und „Leben und sterben lassen“ wurde zum ersten Mal wieder ein 007-Film auf Jamaika gedreht.
  • Der Showbiz-Klatschkolumnist Baz Bamigboye hat auf seiner wöchentlichen Seite in der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ am 31. Mai 2019 enthüllt, dass Gentechnik und Kriegsführung das Herzstück der Geschichte sein sollen.
  • Die gefeierte britische Autorin und Schauspielerin Phoebe Waller-Bridge soll auf persönlichen Wunsch von Daniel Craig gebeten worden sein, das Drehbuch mit mehr Humor aufzupeppen.
  • Die „Daily Mail“ berichtete, Daniel Craig solle 25 Millionen Dollar Gage für den Film erhalten und 50 Prozent mehr Gewinnbeteiligung als an „Spectre“.
  • Damit im Vorfeld nicht bekannt werden konnte, wie der Kinofilm endet, soll Cary Fukunaga einfach drei Enden gedreht haben. Welches davon ins Kino kommen würde, wusste nicht einmal Hauptdarsteller Daniel Craig.

Das Titellied „No Time To Die“ aus „Keine Zeit zu sterben“ gesungen von Billie Eilish: