Archiv für den Monat März 2021

I can see your voice: Diese Show trifft jeden Ton

Foto (c) RTL

Gleich beginnt der Kandidat zu singen, und jeder fragt sich: Kann er es oder kann er es nicht? Das ist der spannendste Moment bei „I can see your voice“, der lustigsten und überraschendsten Sendung im deutschen Fernsehen. In der Musik-Rate-Show stehen sieben Unbekannte auf einer Bühne, und alle behaupten sie, gute Sänger zu sein. Ob das stimmt, oder ob sie Schwindler sind, stellt sich im Laufe der Sendung heraus. 

Bei „I can see your voice“ passt einfach alles: die Kandidaten sind hervorragend ausgewählt und täuschen gekonnt; das Prominenten-Panel ist bunt gemischt und liefert sich spritzige und turbulente verbale Schlagabtausche; Daniel Hartwichs Moderation ist angenehm zurückhaltend und kommentiert das Geschehen treffend. 

Die Sendung bringt frischen Wind in die Vielzahl an Musikshows und ist eine Art „Sag die Wahrheit“ mit Sängern, nur dass hier auch die echten Sänger falsche Fährten legen dürfen. Entsprechend viel wird debattiert, diskutiert und vor allem gelacht. Und am schönsten ist es immer, wenn sich alle irren. Spätestens dann macht die Sendung so viel Spaß, dass der Funke überspringt.

Die Einzelheiten von „I can see your voice“: In jeder Folge tritt ein Musik-Star mit seinem Superfan an. Gemeinsam müssen sie erraten, welche der sieben Sängerinnen und Sänger wirklich etwas können. In fünf Spielrunden bekommen sie Hinweise und lassen die schlechten Sänger ausscheiden. Im Finale singt der Musik-Star mit dem übrig gebliebenen Sänger. Nur wenn dieser tatsächlich singen kann, gewinnt der Musik-Star für seinen Superfan 10.000 Euro. Wenn sie auf einen Hochstapler hereingefallen sind, erhält dieser das Geld.

In der ersten Folge treten Alec Völkel und Sascha Vollmer von TheBossHoss mit einem Fan an. In den weiteren Folgen sind es Barbara Schöneberger, Hartmut Engler, Maite Kelly, Jeanette Biedermann und Max Mutzke.

Ein Panel aus fünf Prominenten hilft beim Raten. Thomas Herrmanns hat darin einen festen Platz. Daneben gibt es wechselnde Prominente wie etwa Oliver Pocher, Motsi Mabuse, Ilka Bessin, Tim Mälzer, Sophia Thomalla, Michael Kessler und Victoria Swarowski.

„I can see your voice“ kommt ursprünglich aus Südkorea und läuft dort seit 2015 mit großem Erfolg, mittlerweile in der siebten Staffel. Für Deutschland wird die Show von Tresor TV produziert. RTL strahlte im vergangenen August zwei Ausgaben aus. In dieser Woche beginnt eine neue Staffel mit sechs Folgen, immer dienstags um 20.15 Uhr.

Clint Eastwood: In mir steckt ein Rebell

Clint Eastwood ist unermüdlich. Der Hollywood-Veteran, der am 31. Mai 91 Jahre alt wird, bringt einen neuen Film auf die Leinwand. „Cry Macho“ soll Ende Oktober in den US-Kinos anlaufen. Eastwood führt Regie und spielt auch die Hauptrolle. In der Romanverfilmung geht es um einen früheren Rodeoreiter, der von seinem Ex-Boss einen ungewöhnlichen Auftrag annimmt. Er soll dessen Sohn aus der Obhut seiner alkoholsüchtigen Mutter von Mexiko nach Texas zurückbringen.

Hier Clint Eastwoods beste Zitate aus früheren Interviews:

Facelifting? Nein, dann würde ich ja alle diese großartigen Falten zerstören.

Die Gesellschaft hat uns eingeredet, wir sollten unser Leben lang wie ein 18-jähriges Model aussehen. Aber ich denke, ich kann genauso gut auch das sein, was ich bin.

Wenn eine Frau nicht spricht, soll man sie auf keinen Fall unterbrechen.

Es gibt nur einen Weg, eine glückliche Ehe zu führen, und sobald ich erfahre, welcher das ist, werde ich erneut heiraten.

Je unsicherer ein Mensch ist, desto mehr neigt er zu extremen Vorurteilen.

Barkeeper hören mehr als alle Psychoanalytiker und Beichtväter zusammen.

Ich mag töten nicht. In einem Film darüber zu phantasieren, das ist eine Sache, aber ich fand es noch nie lustig, ein Leben von diesem Planeten zu entfernen.

Von München aus sehen sie die Alpen, oder? Ich erinnere mich kaum, schon mal eine so schöne Verbindung von Bergen, Seen und einer Stadt gesehen zu haben wie in München.

Das Publikum will intelligente, anspruchsvolle, emotionale, komplexe Filme.

In mir steckt ein Rebell. Die ganze Zeit versucht mir jemand zu erklären, wohin der Trend geht. Ich mache dann genau das Gegenteil. Ich hasse dieses Trend-Gequatsche. Wozu imitieren? Ich verneige mich vor der Individualität.

Es ist nicht die Art von Film („Ein wahres Verbrechen“, 1999), die heutzutage gefragt ist, wissen sie – er besitzt nämlich dummerweise eine Handlung. Aber ich glaube, es gibt noch Leute da draußen, die das zu schätzen wissen, und deshalb versuche ich es immer wieder.

Ich liebe jeden Aspekt des Filmemachens, und ich schätze, es ist meine Lebensaufgabe.

Clint Eastwood am Mittwoch auf Kabel Eins: 20.15 Space Cowboys (Wh. 1.35), 23.00 Absolute Power (Wh. 3.50)

Bourne vs. Bond

Seit Daniel Craigs erstem Bond-Film „Casino Royal“ ist 007 härter und realistischer denn je. Kein Charmeur oder Gentleman mehr, sondern ein knallharter Agent und Killer, der auch äußerste Gewalt anwendet. Es gibt kaum mehr Spezialwaffen mit technischen Spielereien, aber mehr innere Konflikte. 


Maßgeblichen Anteil an diesem Richtungswechsel wird der Bourne-Filmreihe zugeschrieben. Der erste Teil, „Die Bourne Identität“ (mit Matt Damon), kam 2002 vier Jahre vor „Casino Royale“ ins Kino und war ein großer Erfolg. Der Film prägte einen neuen Stil für das Action-Genre: Wackelkamera, harte Nahkampfszenen, Parkour-Elemente und eine dunkle Vergangenheit des Helden. 

Regisseur Doug Liman, der zuvor zwei kleine Independent-Filme gedreht hatte, sagte gegenüber Slashfilm.com: „Ich wollte immer einen Bond-Film drehen, aber sie heuern keine amerikanischen Regisseure an. (…) Ich zog los und machte ‚Die Bourne Identität‘. Und nachdem ‚Die Bourne Identität‘ rauskam, war ‚Casino Royale‘ der nächste James-Bond-Film, der den Stil von Bourne komplett kopierte. Ich wollte wirklich Bond drehen, und dann kopierte Bond wiederum Bourne. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.“ Bis heute wisse er nicht, ob er sich ärgern oder geschmeichelt fühlen solle.

Der fünfte Teil der Bourne-Filmreihe, „Jason Bourne“, läuft am Montag Abend um 22.15 im ZDF. Wiederholung in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0.20 Uhr.

Freudentränen im TV: Eine traurige Angelegenheit

Freudentränen in Fernsehshows können etwas Schönes sein. Aber nur wenn sie echt sind. Wenn nicht, dann sind sie die wohl schlimmste Form von gespielten Gefühlen, wie sie im Fernsehen leider immer öfter vorkommen. Zwei Gruppen von Fernsehschaffenden setzen falsche Freudentränen besonders gern ein, um Rührung zu zeigen: Stars, und solche, die es werden wollen.

Vor Rührung weinende Stars sieht man vor allem in Schlagershows, die an die Stelle der Sendungen mit volkstümlicher Musik getreten sind. Zu Freudentränen kommt es hier meist bei Überraschungen. Da werden Platinschallplatten überreicht, Überraschungsgäste präsentiert, Heiratsanträge gemacht. Frauen lassen sich dann gern demonstrativ ein Taschentuch reichen, um ganz vorsichtig das Gesicht unterhalb des Auges abzutupfen, damit das Makeup ja nicht verwischt. Und alles schön in die Kamera, damit es auch jeder sieht. 

Wenn die Überraschung vorhersehbar ist, und die Reaktion unnatürlich wirkt, kommen schnell Zweifel auf, ob nicht alles bloß gespielt ist. Ist das der Fall, wird der Zuschauer belogen. Am ärgerlichsten ist, dass das Publikum für so naiv gehalten wird, das Theater nicht zu durchschauen. Vor allem, wenn ganz offensichtlich keine Tränen fließen, und die schauspielerischen Fähigkeiten schlecht sind. Schade ist, wenn der Zuschauer als Folge überhaupt nichts mehr glaubt, selbst echten Überraschungen und echten Gefühlen. 

Auch Kandidaten in Casting- und Realityshows versuchen sich an gespielten Freudentränen. Die Redaktionen solcher Formate begrüßen und fördern das. Sie wollen Drama. Die Ergebnisse sind schauerlich. 

Und warum gibt es immer mehr überzogene Gefühlsausbrüche im Fernsehen? Eigentlich sind Gefühle eine intime Angelegenheit. In der Zeit von Social Media, Casting- und Realityshows hat das Bedürfnis, die eigenen Gefühle zur Schau zu stellen, zugenommen. Gleichzeitig ist die Hemmschwelle gesunken. Ein wahrer Gefühlsexhibitionismus hat sich breitgemacht. Immer mehr Internet-User und Show-Kandidaten wollen im Mittelpunkt stehen, sich mit ihrer Gefühlswelt inszenieren und damit Geld verdienen. 

Außerdem versuchen die Sendeformate und ihre Akteure, die um die Aufmerksamkeit des Zuschauers kämpfen, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Ein emotionaler Höhepunkt muss den anderen jagen; Steigerung inbegriffen. Wenn echte Gefühle nicht mehr reichen, wird schnell getrickst. Das Ergebnis: von allem zu viel und überdrehte Reaktionen bis hin zur Hysterie. 

Aber das Spiel mit den Gefühlen ist eine Gratwanderung. Es kann nicht ununterbrochen emotionale Höhepunkte geben. Sonst sticht nichts mehr hervor, und es gibt überhaupt keinen Höhepunkt mehr. Also ist weniger mehr. Und nur echte Gefühle sind glaubwürdig und erzielen ihre Wirkung beim Zuschauer.

Die Super-Diät: TV-Boulevardmagazine

Vergessen Sie Intervallfasten, Low Carb und Ayurveda-Diät! Alles zu kompliziert und zu anstrengend. Wenn Sie rasant und mühelos abnehmen wollen, brauchen Sie etwas, bei dem Ihnen so richtig der Appetit vergeht, und zwar: Boulevardmagazine im Fernsehen! Sie machen abnehmen kinderleicht. Sie sind die Super-Diät überhaupt! 

Und wie funktioniert diese Diät? Ganz einfach: die Boulevardmagazine laufen alle zur Abendessens-Zeit. Ihre Themen bedienen unsere niedersten Instinkte: Sensationslust, Schadenfreude, Voyeurismus. Egal ob misslungene Schönheits-OPs, Stalking oder Zwangsprostitution – die Magazine servieren Ihnen eine Geschmacklosigkeit nach der anderen. Bei den unappetitlichen Filmen wird einem garantiert schlecht. Die Folge: man kann nichts mehr essen und nimmt ab. Beispiele: „72-Jähriger zu 98 Prozent tätowiert!“, „Frau isst einen Monat nur Hundefutter“, „Warum Sitzpinkeln gesünder ist als Stehpinkeln“. Igitt!

Bei den Magazinen sind zu empfehlen: „Explosiv“ (RTL), „Brisant“ (ARD) und „Hallo Deutschland“ (ZDF). Zur Unterscheidung gilt die Faustregel: ARD und ZDF senden eher Großbrände und Verkehrsunfälle, aber natürlich nur schwere; RTL dafür mehr Sex, Mord und Totschlag – das ist dann die Brachial-Diät.

Damit Sie die Beiträge auch so richtig schlecht verdauen, sind Ihre Diät-Coaches da: die Moderatorinnen und Moderatoren. Sie haben vor allem zwei Gesichtsausdrücke auf Lager: zum einen gespielte Betroffenheit vor dem Beitrag, den sie anmoderieren; und zum anderen moralische Empörung mit einem kurzen verächtlichen Blick für den oder die Übeltäter aus dem eben gesendeten Beitrag, zum Beispiel einen Sexualstraftäter auf Freigang. Dabei wissen sie genau, wie viel sie ihm verdanken, macht er doch so eine tolle Quote. Wunderbar abstoßend, diese Scheinheiligkeit! Es folgt die Moderation zur nächsten Sauerei. Switchen Sie ruhig hin und her. Was darf’s denn sein? Vielleicht „Spanner auf Schultoilette“ oder „Magenverkleinerung für Fettleibige“? Hauptsache, Sie haben keine Lust mehr auf Essen. Dann werden ihre Kilos purzeln. Und wenn Sie Angst haben, dass Sie beim Frühstück wieder umso mehr zulangen – die Magazine werden am frühen Morgen wiederholt.

Alien: Wussten Sie, dass..?

11 Fakten zur „Alien“-Filmreihe:

  • Ihre Entstehung wird eng mit Regisseur Ridley Scott verbunden. Dabei stammte die Idee zur Geschichte von Dan O’Bannon und Ronald Shusett.
  • Die offizielle „Alien“-Filmreihe umfasst sechs Filme. Ob es einen weiteren geben wird, ist noch unklar. Derzeit entsteht für den Streamingdienst Disney+ eine Alien-Serie, die auf der Erde spielen wird.
  • Die Unterschiede der „Alien“-Filme sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass sie von verschiedenen Regisseuren stammen.
  • Als wesentlicher Verdienst des ersten „Alien“-Films wird Ridley Scotts gelungener Versuch angesehen, eine starke Frauenfigur im zuvor von Männern dominierten Action-Genre zu etablieren. Gegen die Widerstände der Produzenten setzte er durch, dass die ursprünglich männliche Figur Ripley für eine Frau umgeschrieben wurde. Hauptdarstellerin Sigourney Weaver erlangte für ihre Rolle der Ripley Weltruhm. Zuvor war für die Hauptrolle des (noch männlichen) Officer Ripley Superstar Paul Newman vorgesehen, der jedoch ablehnte.
  • Die Figur des Alien wurde von dem schweizer neo-surrealistischen Künstler H.R. Giger entworfen. Es ist äußerlich einem Skelett ähnlich. Der Kopf ist in die Länge gezogen, glatt und hat keine Augen. Giger wollte dadurch die Verwendung des Satzes „Wir werden beobachtet“ unterbinden. Das innere, zweite Gebiss ist dem Schlundkiefer mancher Fischarten nachempfunden. Giger bekam für seine Arbeit einen Oscar.
  • Für die Konstruktion des Alien-Kopfes mit seinem komplexen Kiefermechanismus wurde der italienische Modellbauer Carlo Rambaldi engagiert, der auch die aufwendigen Puppen für „E.T. – Der Außerirdische“ baute.
  • Die Kreatur des Alien hat in den Filmen keinen spezifischen Namen bzw. erfährt man ihn nicht. Stattdessen wird sie im ersten Film Alien und Organismus genannt, später auch noch Monster, Ding und Xenomorph (griechisch xénos: fremdartig, morphé: Gestalt). Im ersten Drehbuchentwurf hießen das Alien wie auch der Film noch „Starbeast“.
  • Um im ersten Film einige Szenen realistischer wirken zu lassen, wurden sie zwar den Darstellern grob erklärt, aber Details offen gelassen. So wurden sie zum Beispiel völlig unerwartet mit Kunstblut bespritzt, als das Alien während eines Essens aus einem Brustkorb herausplatzt.
  • David Fincher gab in „Alien 3“ sein Debut als Spielfilmregisseur. Mit dem Ergebnis war er jedoch nicht zufrieden, weil er sich vielen Wünschen der Produzenten beugen musste.
  • In „Alien 3“ wird Sigourney Weavers Kopf geschoren. Für den Fall, dass sie ihren Kopf für Nachdrehs nochmal rasieren musste, war eine Erhöhung der Gage um 40.000 $ vereinbart worden. Als es zu Nachdrehs kam, wurde ihr diese Summe aber nicht ausgezahlt, sondern man fertigte für 16.000 $ eine Perücke an, die sie wieder wie frisch rasiert aussehen ließ.
  • Jean-Pierre Jeunet, Regisseur des vierten Alien-Films, hatte ständig Dolmetscher am Set, da er kein Englisch sprach.

Alien-Filme im Fernsehen:

Alien 3: Dienstag 16. März 22.30 Uhr Kabel Eins

Alien – Die Wiedergeburt: Mittwoch 17. März 0.45 Uhr Kabel Eins

Aliens – Die Rückkehr: Mittwoch 17. März 2.40 Uhr Kabel Eins

Harald Schmidts Wahlanalyse

„Heute sind wir alle Baden-Württemberger!“ – Harald Schmidts Analyse der Landtagswahl für die ARD fällt eindeutig aus. Seine Begeisterung für den Erfolg Winfried Kretschmanns ist offenkundig. Aber wie steht Schmidts Mutter dazu? Was wird aus Olaf Scholz bei einem bundesweiten Sieg der Grünen? Und wie ernst meint Harald Schmidt das alles? Sehen Sie sich dazu das ganze Video an:

Bohlens beste Sprüche – Teil 2

Eine Ära geht zu Ende. Nach fast 20 Jahren wird Dieter Bohlen als Chefjuror von „Deutschland sucht den Superstar“ aufhören. Auch die „Supertalent“-Jury wird neu besetzt. Es sei nun Zeit für eine Veränderung, heißt es von RTL. Bohlen selbst hat sich noch nicht dazu geäußert. In Erinnerung bleiben mit Sicherheit seine legendären Sprüche. Hier zehn seiner besten:

Die hohen Töne klingen lebensgefährlich für mich.

Ja, dein Talent hat geglänzt. Leider durch Abwesenheit.

Das Einzige, was du kannst, ist als Niete in einer Losbude irgendwo arbeiten.

Soundmäßig ist das so, als wenn ein Rudel Meerschweinchen über Außenpolitik diskutiert.

Wenn man dir länger zuhört, verliert der Tod an Schrecken.

Du klingst wie Kermit der Frosch, der gewürgt wird.

Deine CD kannst du unten beim Pförtner abgeben. Vielleicht hört der die sich an. Aber hübsche Haare hast du.

Ich hab die ganze Zeit gekuckt, wo die Geräusche rauskommen.

Für mich bist du das lebende „Nein“.

Ja, ich bin sympathisch.

Das Danke-Bitte-Danke-Syndrom

Lebensgefährlich ist es nicht. Aber es stört. Die Rede ist vom Danke-Bitte-Danke-Syndrom. Dabei geht es um die Angewohnheit von Fernsehmoderatoren, sich laufend bei Kollegen zu bedanken, wenn sie von Sport, Börse oder Wetter übernehmen. Und der geschmeichelte Kollege ergänzt natürlich mit „Bitte XY!“. Und wenn man ganz viel Pech hat, kommt nochmal ein „Danke!“.

Was passiert da eigentlich? Der Moderator bedankt sich dafür, dass der andere mit seinem Beitrag fertig ist, und er beginnen darf. Soweit so gut. Höflichkeit ist eine Tugend und deshalb grundsätzlich begrüßenswert, gerade im Fernsehen. Aber hier ist es oft zu viel des Guten. Klar, der Umgang unter den Moderatoren soll persönlich, menschlich, locker rüberkommen. Tut er aber nicht. Eher aufgesetzt. Denn das Zwischenmenschliche, also die persönliche Ansprache, ist in der künstlichen Fernsehwelt für den Zuschauer inszeniert. Und der Zuschauer weiß das, weil er längst so fernseherfahren ist.

Und wer spricht sich im Alltag mit Vor- und Nachnamen an? Das ist schlichtweg eine Gelegenheit, den Namen des Kollegen im Fernsehen noch einmal in voller Länge fallen zu lassen. Und der revanchiert sich natürlich. Der Zuschauer soll wissen: man kennt sich. Fernsehprofis unter sich halt.

Angenehmer wäre, solche gespielten Elemente auf ein Minimum zu beschränken. Dann wirkt die Moderation umso authentischer und glaubwürdiger. Übrigens: Danke fürs Lesen! Jetzt müssten Sie „Bitte!“ sagen.

Fernsehtipp: Gravity

Lust, mal schwerelos durchs Wohnzimmer zu schweben? Heute Abend ist das möglich. Kabel Eins zeigt um 20.15 Uhr den Weltraum-Thriller „Gravity“ (2013). 

Inhalt:

Für die Wissenschaftlerin Ryan Stone (Sandra Bullock) ist es die erste All-Mission. Für den erfahrenen Astronauten Matt Kowalski (George Clooney) soll es die letzte sein. Doch ihr Shuttle wird zerstört. Hilflos und ohne Kontakt zur Erde treiben die beiden durchs All und kämpfen ums Überleben.

Kritik:

„Eine bestechend simple Story wird mit grandiosen Bildern, 3-D- und Soundeffekten zum neuen Kinoklassiker“ (Spiegel.de)

„Was Cuarón mit ‚Gravity‘ geschaffen hat, ist Kino für das 21. Jahrhundert.“ (Serienjunkies.de)

Zusätzliche Infos:

Regisseur Alfonso Cuarón schrieb das Drehbuch zusammen mit seinem Sohn Jonás Cuarón.

Alfonso Cuarón hat zusammen mit seinem Kameramann Emmanuel Lubezki viereinhalb Jahre gewartet, bis die Technik so weit war, um seine Vision aus dem All auf die Leinwand zu bringen.

Mit nur zwei Darstellern ist „Gravity“ ein Kammerspiel in der Leere des Alls.

„Gravity“ ist bei Kritikern beliebt und auch ein kommerzieller Erfolg. Bei Produktionskosten von rund 100 Millionen US-Dollar spielte der Film bis zum 8. Mai 2014 weltweit 723 Millionen US-Dollar ein.

„Gravity“ wurde mit sieben Oscars auszeichnet: Beste Regie, Beste Kamera, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte.

Der Trailer zu „Gravity“:

Making-of-Featurette: „From Script to Screen“

„Gravity“ heute um 20.15 Uhr auf Kabel Eins; Wiederholung um 2.10 Uhr