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Wonka: Ein Musical-Wunder

Bild (c) Warner Bros.

Vom Boden abheben, während Sie ein Stück Schokolade essen – das passiert Ihnen, wenn Sie „Wonka“ im Kino sehen. Der Film erzählt die Vorgeschichte zu „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Er strotzt vor wundervoll choreographierter Tanzszenen, knallbunter Kostüme und charmanter Lieder und ist ein einziges Vergnügen. Ein origineller Einfall folgt dem anderen. Die Musical-Komödie hat durchgehend Schwung und Rhythmus. Hauptdarsteller Timothée Chalamet spielt seine Zuversicht und Unschuld so überzeugend – man möchte ihm sofort Schokolade abkaufen. 10/10 Punkte.

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Loriot 100: Die neuen Themen

ARD/SWR LORIOT 100, Film von André Schäfer, am Montag (06.11.23) um 20:15 Uhr im ERSTEN. © SWR/Hugo Jehle

Dass Loriot im Jahr 2011 verstarb, ist eine Unverschämtheit. Oder um es mit Herrn Hoppenstedts Worten zu sagen: „Das ist eine bodenlose Unverschämtheit, die ich mir in dieser Form verbitten möchte“ („Kosakenzipfel“). Sie fragen, warum eine bodenlose Unverschämtheit? Weil Loriot zu Lebzeiten die Deutschen gelehrt hat, über sich selber zu lachen. Wie entlastend und erleichternd das ist! „Das Komische ist man selbst“, sagte er einmal. Vor allem, wenn man sich zu ernst nimmt. Dann ist die Fallhöhe am größten, sollte etwas misslingen. Gerade die zwischenmenschliche Kommunikation misslingt oft und führt so zu kuriosen Missverständnissen. Das hat er genial beobachtet und uns feinsinnig klar gemacht.

Zu so vielen Themen hat Loriot Situationen geschaffen, die absurd und dadurch lustig sind. Da ist die Liebeserklärung mit Nudel im Gesicht („Sie haben da was am Mund…“), die seriöse Fernsehansage („Gwyneth Molesworth hatte für Lord Hesketh-Fortescue in Nether Addlethorpe einen Schlipth…“), Weihnachten bei den Hoppenstedts („Früher war mehr Lametta!“) und Unzähliges mehr.

Selbst die Weltpolitik floss in seine Sketche ein. In „Der K 2000“ wird der Vertreter eines heimischen Mini-Luftschutzbunkers interviewt, der sich angesichts der atomaren Aufrüstung hoher Umsätze schon sicher ist. Die Journalistin fragt ihn schließlich: „Und was ist, wenn sich die politische Lage plötzlich entspannt?“ Er winkt ab: „Na, wir wollen doch nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen.“

Das Loriot-Phänomen

Loriots Humor ist zeitlos. Sein Werk bringt Generationen zum Lachen. Je öfter man es liest, hört oder sieht, umso lustiger ist es. Das ist das Loriot-Phänomen. Seine skurrile Komik und sein Wortwitz sind allgegenwärtig. So oft hat man in Alltagssituationen das Gefühl, dass man in einen seiner Sketche geraten ist. „Das ist doch wie bei Loriot!“, kommt es einem schnell über die Lippen. Allein der Gedanke daran hilft schon, die Spannung aus einer misslichen Lage zu nehmen.

Bernhard-Viktor „Vicco“ Christoph-Carl von Bülow wäre am 12. November in diesem Jahr 100 geworden. Ein Grund, seiner zu gedenken und zu schauen, welche neuen Themen es gibt, die Loriot-würdig sind und sich geradezu dafür anbieten, in einer seiner Nummern verarbeitet zu werden. Solche Themen tun sich vor allem in den Bereichen Technik, Gesellschaft und Politik auf.

Menschen, Technik, Katastrophen

Technik scheint ihn schon immer fasziniert zu haben, oder vielmehr das Unvermögen des Menschen mit ihrer rasanten Entwicklung mitzuhalten. Man denke an seine eingeengten Passagiere im Flugzeug („Es ist schon sehr bequem, gerade auf größeren Strecken“), an die Videoaufnahme von Mutters Klavier („Läuft das Band?“) und an das Telefonat nach Hause bei der Firma Saugblaser Heinzelmann („Ach Pipilein du bist’s, hier ist der Papi, holst du mal die Mami? – Das war meine Tochter…“).

Jetzt in unserer digitalen Welt gibt es noch viel mehr Neues: Tele-Shopping, Online-Shopping, Partnersuche via Internet. Wir verwenden Streaming und Social Media. Handys, Sprachassistenten und Drohnen sind in unser Leben gedrungen. Menschen reden scheinbar mit sich selber, dabei benutzen sie nur ein Headset. Nichts als Updates und New Versions. Wir sind oft überfordert. Komplikationen sind vorprogrammiert.

Wie schön wären da neue Loriot-Sketche! Beispiel: Thema Smartphone. Man stelle sich vor, wie die Enkelin versucht, mit ihrem Opa ein Videotelefonat zu führen. „Das ist ein ganz einfaches System“, meint der Opa siegessicher, um kurz darauf irritiert zu fragen: „Muss ich hier irgendwie wischen?“ Darauf die Enkelin: „Du musst was in deinen Einstellungen ändern.“ Opa empört: „Ich bin 78 – Wieso muss ich meine Einstellungen ändern?“ Die Kommunikation gipfelt schließlich in einen fast unauflösbaren Dialog. Enkelin: „Ich kann dich jetzt hören, aber nicht sehen.“ Opa: „Ich kann dich sehen, aber nicht hören…“

Oder das Navigationsgerät im Auto entwickelt ein Eigenleben. Zunächst empfiehlt die weibliche Stimme dem orientierungslosen und gestressten Fahrer noch zweimal freundlich: „Bitte ändern Sie Ihre Fahrtrichtung“, um kurz darauf forsch zu fordern: „Bitte ändern Sie Ihr Leben!“

Hat man sich erst einmal auf Loriots Humor eingestellt, geht es schnell, dass jede Fehlermeldung beim Computer harmlos, ja sogar heiter wirkt. Künstliche Intelligenz verlangt geradezu danach, von Loriots Figuren bewertet zu werden. „Eine ganz famose Entwicklung!“ könnte Paul Winkelmann aus „Ödipussi“ sagen. Und selbst die Fortbewegung auf einem E-Roller entbehrt plötzlich nicht mehr einer gewissen Komik.

Die perfektionierte Gesellschaft

Auch im gesellschaftlichen Leben gibt es neue Themen. „Selbstoptimierung“ ist das Schlagwort. Man „trackt“ sich jetzt: Schritte, Puls, Kalorien. Wie man geschlafen hat, sagt einem das Handy. Das wäre doch auch etwas für Blühmels, Meltzers, Klöbners und wie sie alle heißen. Roswitha Pröhl reitet eh schon dreimal die Woche, wie wir im „Kosakenzipfel“ erfahren durften.

Auf Instagram ist die Selbstdarstellung der User mit Pool- und Dessertfotos schon Real-Satire. Und warum erinnert mich das Gendern irgendwie an Loriots Jodelschule? Weil es nicht ganz leicht ist, bei Ärzt*Innen, Student*Innen und gar Mensch*Innen das zweite Futur bei Sonnenaufgang zu bilden. Holleri du dödel du! Bei den Klimaklebern sehe ich sowieso politische Karikaturen mit Knollennasenmännchen vor mir.

Politik und Humor

Überhaupt wäre es gut, die politische Radikalisierung durch Humor zu entschärfen. All die unversöhnlichen und humorlosen Vertreter von Ideologien – Loriot hätte seine Freude daran. Am dringendsten bräuchten wir ihn wohl bei Corona. Wie gern würde ich Evelyn Hamann zu ihm sagen hören: „Ihre Maske sitzt schief…“

Aber das sind alles nur Gedankenspiele. Loriot könnte das natürlich viel besser. Was würde ihm alles einfallen! Und wie gut täte es uns, wenn wir über das viele Ernste wieder schmunzeln, grinsen oder so richtig lachen könnten. Zeigen wir deshalb, dass wir etwas von ihm gelernt haben. Und feiern wir seinen 100. Geburtstag! Was er wohl dazu sagen würde? Ich vermute: „Ach was!“

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Wonkas Leinwandzauber

Da zaubert einer was auf die Leinwand! Darf ich vorstellen: Willy Wonka. Sie kennen ihn aus „Charly und die Schokoladenfabrik“. Der neue Film „Wonka“ erzählt seine Vorgeschichte. Wie wurde aus Willy der größte Erfinder, Zauberkünstler und Schokoladenfabrikant der Welt? In der Hauptrolle: Timothée Chalamet („Dune“).

Die Trailer locken mit bezaubernden Bildern und versprechen ein berauschendes Kinoerlebnis. Perfekt für die Weihnachtszeit.

„Wonka“ startet in den deutschen Kinos am 7.12.2023

Bild (c) Warner Bros.

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Bond 26: Die Aussichten

Die gute Nachricht zuerst: Der nächste Bond kommt. Und jetzt die schlechte: Es dauert noch.

007-Produzentin Barbara Broccoli hat „The Guardian“ ein Interview über die Zukunft von James Bond gegeben. Darin sagt sie: „Der nächste Film muss die Art und Weise widerspiegeln, wie sich die Welt in den zwei Jahrzehnten seit Craigs sechstem 007 verändert hat.“

Sie weist darauf hin, dass Bond in der Vergangenheit schon oft neu erfunden worden sei: „Ich erinnere mich an Golden Eye, als alle sagten: ‚Der kalte Krieg ist vorbei, die Mauer ist gefallen, Bond ist tot, wir brauchen keinen Bond mehr, die ganze Welt lebt in Frieden und es gibt keine Bösewichte mehr‘ – und Junge, das war falsch“. Eine Modernisierung sei immer dann notwendig, wenn ein neuer Schauspieler die Rolle übernehme. Und über diesen neuen Schauspieler sei noch nicht entschieden worden.

Barbara fasst zusammen: „Ich denke, diese Filme spiegeln die Zeit wider, in der sie spielen, und es liegt ein langer, langer Weg vor uns, Bond für das nächste Kapitel neu zu erfinden, und damit haben wir noch nicht einmal angefangen.“

Quelle: The Guardian

Bild (c) MGM, Albert R. Broccoli’s Eon Production

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Indiana Jones trotzt der Zeit: spoilerfreie Kritik

Bild (c) LucasFilm Ltd., Disney

Es sollte der beste „Indiana Jones“ werden, so Harrison Ford auf die Frage, warum er mit fast 80 Jahren noch einmal den legendären Archäologen spielte. Er wollte den Helden am Ende seiner Reise zeigen. So ist er in Indiana Jones und das Rad des Schicksals im Jahr 1969 auf der Suche nach der Antikythera, einem von Archimedes erfundenen Artefakt, das Risse in der Zeit aufspürt und Zeitreisen ermöglicht.

In dieser Geschichte und in diesem Film passt alles zusammen. Die Motive „Alter“ und „Zeit“ werden konsequent thematisiert. Deshalb beginnt der Film mit einem Rückblick in das Jahr 1944 und einem digital verjüngten Ford. Das ist verblüffend gut und höchst stimmig. In diesen 20 Minuten zeigt Regisseur James Mangold, was einen Indiana-Jones-Film ausmacht: irrwitzige Action.

Das ist eine hohe Kunst, denn Action ist nicht gleich Action. Bei Indiana Jones ist sie cleverer, nachvollziehbarer, origineller als in anderen Filmen. Schrecken und Komik wechseln sich im Sekundentakt ab. Weil Jones nicht perfekt ist, weil ihm Dinge misslingen, weil er auch Angst hat. Das ist Mangold hier ganz im Spielberg-Stil wunderbar gelungen. Nicht nur die Eröffnungssequenz in und auf einem Zug ist perfekt choreographiert, ebenso die Flucht zu Pferd während einer Parade zur Mondlandung sowie das Rennen in Autorikschas.

Bei all den rasanten Szenen ist Platz für höchste Schauspielkunst. Harrison Ford brilliert durchgehend als Professor Dr. Henry Walton Jones jr. Er spielt ihn besser denn je: vielschichtiger und charakterstärker. Es ist ein Vergnügen, in sein Gesicht zu schauen, und eine Bereicherung, an seinen Gedanken teilzuhaben: über seinen Sohn, über seine Ehe und über das Rad des Schicksals. Denn wer von uns könnte schon widerstehen, die Vergangenheit zu ändern, hätte er eine Zeitmaschine zur Verfügung? Neben Ford glänzen Phoebe Waller-Bridge als Patentochter Helena Shaw und Mads Mikkelsen als gegnerischer Nazi Jürgen Voller. Und Toby Jones als Indys Freund Basil Shaw hätte gar einen Nebenrollen-Oscar verdient.

Das Finale hingegen wird die Gemüter spalten. Das würde vielleicht nicht geschehen, wäre es etwas ernsthafter und mystischer geraten. Dafür findet Indy am Ende etwas, das noch wertvoller ist als das Rad, das die Zeit überwindet. Ein weiterer Kunstgriff! So viele in einem einzigen Film. 10/10 Punkte.

Der beste aller Trailer:

Bilder (c) LucasFilm Ltd., Disney
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Warum Sie Indiana Jones und das Rad des Schicksals sehen müssen – Ansichten eines Fans

Bild (c) Lucasfilm, Disney

„Verdammt! Ich dachte, ich wäre der einzige, der wüsste, wie man einen von denen macht.“ Mit diesen Worten reagierte Steven Spielberg auf den fertigen Film Indiana Jones und das Rad des Schicksals. Spielberg hatte die Regie während der Vorbereitungen abgegeben und konzentrierte sich aufs Produzieren zusammen mit George Lucas. Jetzt ist er voll des Lobes. „Es ist wirklich, wirklich ein guter Indiana-Jones-Film. Ich bin wirklich stolz darauf, was Jim (Mangold, der Regisseur) damit gemacht hat.“

15 Jahre mussten die Fans warten, bis das fünfte und letzte Kinoabenteuer Indys verwirklicht wurde. Die Ansprüche waren extrem hoch. Drehbuchentwürfe wurden immer wieder verworfen oder umgeschrieben. Corona und eine Schulterverletzung Harrison Fords während der Dreharbeiten führten zu weiteren Verzögerungen. Aber jetzt ist der Film fertig. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er uraufgeführt.

Zugegeben: Ich habe den Film noch nicht gesehen. Sie lesen hier also keine Kritik, sondern eine Vorahnung. Die Trailer, Clips und alle bisherigen Veröffentlichungen zeigen nämlich in eine Richtung: Der Film ist ein Knaller.

Schon die Eröffnungssequenz setzt Maßstäbe. Ganze 25 Minuten dauert sie. Weil sie zweieinhalb Jahrzehnte vor den Hauptereignissen des Films spielt, wurde Ford – Ende 70 bei den Dreharbeiten – für diese Szenen mit neuester Technik digital verjüngt. Das Ergebnis verblüfft selbst größte Skeptiker. James Mangold wollte den Zuschauern gleich zu Beginn des Films das Gefühl geben, sie würden einen rasanten Spielberg-Lucas-Film wie früher sehen, und ihnen so das Beste von Indiana Jones wiederbringen.

Danach sehen wir den „aktuellen“ Harrison Ford. Er spielt den Archäologen Professor Dr. Henry Jones besser und facettenreicher denn je: knurrig und gereift, die Gesichtszüge markant, die Bewegungen leicht ungelenk; ein unperfekter Held mit Ängsten und Schwächen, die wir alle lieben. Die Frage, ob Ford als Abenteurer noch glaubwürdig ist, ob er schlichtweg noch fit genug ist, beantworten die Trailer mit einer Menge ausgetüftelter und perfekt choreographierter Actionsequenzen: Er kämpft, kurvt, reitet, fliegt, stürzt, springt und rennt, dass einem der Atem stockt.

Auch sonst ist das Drehbuch genial. Zunächst einmal enthält es alles, was man von einem Indiana-Jones-Film erwartet: gespenstische Höhlen, allerhand Ungeziefer, irrwitzige Verfolgungsjagden, schnelle Wendungen und originelle Dialoge. Aber diesmal ist alles noch viel besser. Indy sucht nämlich nach einem Artefakt, einem von Archimedes erfundenen, radförmigen Instrument, mit dem angeblich die Zeit rückwärts gedreht werden kann. Das wollen auch ein paar Nazis, um die für sie ungünstige Vergangenheit umzuschreiben. Zeitreisen und Jones‘ hohes Alter: Da passt alles zusammen. Denn sein Alter ist Teil der Geschichte und macht den Reiz aus. Der Film zeigt den Helden am Ende seiner Reise: wie er die veränderte Welt sieht und wie er auf sein Leben blickt. Das spricht jeden an. Wer von uns möchte nicht etwas in seinem Leben ungeschehen machen? Wer könnte der Versuchung widerstehen, hätte er eine Zeitmaschine zur Hand?

Die Indiana-Jones-Filme waren neben dem puren Spaß schon immer vielschichtig. Jones, der an Übernatürliches nüchtern herangeht, ist zunächst immer skeptisch, und wird gegen Ende seiner Suche eines Besseren belehrt. So ist es auch in diesem Abenteuer. „Ich glaube nicht an Magie“, sagt er im ersten Trailer. „Aber ein paar Mal in meinem Leben habe ich Dinge gesehen, unerklärliche Dinge. Mir wurde klar, dass es nicht so sehr darauf ankommt, woran man glaubt, sondern wie fest man daran glaubt.“

Über das letzte Drittel des Films wird kaum etwas veröffentlicht, um nichts zu verraten. Es gibt nur vielversprechende Andeutungen. Ein Wort trifft es wohl am besten: gewaltig.

Der neue Film wird natürlich mit seinen Vorgängern verglichen werden. Die Frage, welcher Teil der Reihe nun der beste ist, ist aber müßig. Jeder Zuschauer hat seinen persönlichen Lieblingsfilm. Oft ist es der, den man als erstes gesehen hat. Vor allem aber sind die Filme in ihrer Art sehr unterschiedlich. Jeder hat seine besonderen Akzente, Stärken und seinen Charme. Fortsetzungen von Hits und Klassikern haben es ohnehin schwer. Sie müssen die höchsten Erwartungen erfüllen. Im Grunde müssen sie sogar mindestens so gut wie die Vorgänger sein, denn die einmal als top eingestuften Filme gelten als unantastbar. Aber der fünfte Teil verspricht, das fast Unmögliche möglich zu machen. Er bringt die Reihe zu einem grandiosen Abschluss und wird einen würdigen Platz in der Indiana-Jones-Saga einnehmen.

Zweifel, ob der Kinoheld der 80-er Jahre noch in die aktuelle Filmwelt passt, haben die Ausschnitte bereits wie mit einem Peitschenschlag aus dem Weg geräumt. Ich gehe jede Wette ein: Indiana Jones und das Rad des Schicksals ist ein Wunderwerk, das der Zeit trotzt, und das in mehrfacher Hinsicht. Machen wir uns auf was gefasst.

Indiana Jones und das Rad des Schicksals startet in den deutschen Kinos am 29. Juni 2023.

Bild (c) Lucasfilm, Disney

Teaser Trailer:

Trailer:

Trailer: Steal

Featurette:

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Warum Indiana Jones 5 das größte Kinoabenteuer aller Zeiten wird

Foto (c) LucasFilm, Disney

Der Film ist abgedreht, jetzt wird er geschnitten, und alle fragen sich: wie wird der neue Indiana Jones? Welchen Titel bekommt er? Wonach sucht Indy diesmal? Und kann Harrison Ford noch als Action-Held überzeugen? Alles offene Fragen. Kaum zu beantworten, nachdem bisher keine einzige Szene veröffentlicht wurde.

Und doch prognostiziere ich: Indiana Jones 5 wird das absolute Kinoereignis. Ich habe keinen einzigen Beweis. Aber dafür etliche Indizien. Und die ergeben ein sicheres Bauchgefühl.

Wie ist die aktuelle Situation? Der vierte Teil der Reihe, „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (2008), war für viele Fans eine Enttäuschung. Mittlerweile ist Harrison Ford 80. Die Skepsis beim Publikum und der Druck sind groß.

Mit Sicherheit wird man aus den Erfahrungen mit dem „Kristallschädel“ lernen. Zum Beispiel nicht mehr so viele offensichtliche Computereffekte. Aber die Diskussion über diesen Film ist ohnehin Jammern auf sehr hohem Niveau. In einer Qualitätsrangliste der vier Filme wäre der schwächste von ihnen immer noch um Längen besser als all das übrige Action-Getöse auf dem Markt. Interessanterweise ist der „Kristallschädel“ der finanziell erfolgreichste Teil der Reihe. Und es gibt auch andere Stimmen: Kultregisseur Quentin Tarantino zum Beispiel gefällt der „Kristallschädel“ besser als der „letzte Kreuzzug“.

Viele Jahre sind vergangen seit der Ankündigung, dass ein fünfter Film realisiert wird. Es kam zu etlichen Aufschüben. Während der Dreharbeiten verletzte sich Ford die Schulter. Dann Corona. Aber erstmal gab es dauernd Unzufriedenheit mit dem Drehbuch. Das spricht dafür, dass man es diesmal besonders genau nimmt. Denn das Drehbuch ist und bleibt auch hier die Basis für einen guten Film. Ginge es nur ums Geld und nicht um Qualität, hätte man längst etliche Fortsetzungen drehen können. Aber hier gilt es, eine Kult-Filmreihe zu erhalten und zu vervollständigen.

Zu Harrison Fords Alter: er war bei den Dreharbeiten zum neuen Film Ende 70. Das muss kein Hindernis sein. Im Gegenteil. Originell-überzogene Action haarscharf am Rande der Glaubwürdigkeit gehört zum Programm – das macht Indiana Jones aus. Auch ein 30-jähriger Archäologe würde in Wirklichkeit keine zehn Minuten dieser Abenteuer überstehen. Man wird staunen, wie sich Dr. Henry Walton Jones jetzt in höherem Alter gegen seine Gegner zur Wehr setzt. Mit Krückstock witzeln die einen. Mit Erfahrung, Cleverness und Selbstironie erwarten die anderen. Deshalb bietet Fords Alter auch eine Chance. Die Kunst wird sein, die Gratwanderung zwischen absoluter Unglaubwürdigkeit und faszinierendem Irrwitz auszuloten. Es soll halt gerade noch vorstellbar sein, was da auf der Leinwand passiert. Und es wäre geradezu genial, wenn Jones‘ Alter Teil der Geschichte würde.

Dem bewährten Indiana-Jones-Stab gehört auch Steven Spielberg an, allerdings diesmal als Produzent und nicht als Regisseur. Die Entscheidung dazu habe er selbst getroffen. Auf diese Weise wolle er einer neuen Generation an Filmemachern die Gelegenheit bieten, Indy eine neue Perspektive zu verleihen. Neben Ford und Spielberg ist auch Filmmusik-Legende John Williams (90) noch einmal mit an Bord. Der feinsinnige Komponist wird für den klassischen, grandiosen Abenteuersound sorgen, die Geschichte mittels neuer Musikthemen auf seine Art erzählen und die Zuschauer mitreißen.

Ein paar wenige Beteiligte durften schon einen Blick auf fertig geschnittene Teile des Films werfen. Sie sind angetan, ja begeistert. Boyd Holbrook, der für den Film in einer noch unbekannten Rolle besetzt wurde, über Regisseur James Mangold: „Der Typ kann einfach keinen schlechten Film drehen. Er ist so präzise bei dem, was er macht.“ Und Darsteller Mads Mikkelsen schwärmt: „‚Jäger des verlorenen Schatzes‘ war einer meiner Lieblingsfilme. Er verkörperte diese goldene Ära der Serien aus den 1940er-Jahren – und das steckt auch im fünften Film. Sie orientieren sich sehr stark am ersten und zweiten Film, um das ursprüngliche Gefühl und den ursprünglichen Indy einzufangen. Es wird sehr intensiv und episch.“ Während der erste Indiana Jones der klassische Abenteuerfilm schlechthin ist, wirkt der zweite wie eine Achterbahn- und Geisterbahnfahrt auf einmal. Die Mischung aus beidem halte ich für genau die richtige Richtung für den fünften Film.

Harrison Ford selbst war auf der Disney-Messe D23 ungeheuer emotional: „Ich bin sehr stolz, sagen zu können, dass dieser fantastisch ist (…) Indiana-Jones-Filme drehen sich um Mysterien und Abenteuer, aber auch um das Herz, und ich bin wirklich glücklich, dass wir eine wirklich menschliche Geschichte zu erzählen haben, ebenso wie einen Film, der euch in den Arsch treten wird!“ Genau deshalb sind die Werke Filmgeschichte, weil sie ausgeklügelter und komplexer sind als reines Action-Kino und viel mehr Themen behandeln.

Produzent Frank Marshall, seit dem ersten Film dabei, verspricht, Indy 5 werde die Fans glücklich machen. Er biete alles, was man sich von einem Indiana-Jones-Film wünsche.

Natürlich wird kaum ein Mitwirkender schlecht über den eigenen Film reden. Aber in den Aussprüchen schwingt mit: der Film wird ein Knaller. Auf der D23 führte das erste gezeigte Material zu stehenden Ovationen.

Und die Konkurrenz? Action in Filmen ist inmitten der zahllosen Marvel- und DC-Helden längst nicht mehr nachvollziehbar und berührt kaum mehr. Das Publikum wird eine neue, aber klassisch erzählte und inszenierte Abenteuergeschichte mit „handgemachter“ Action ohne Superkräfte dankend annehmen. Ich glaube, die Zuschauer sehnen sich danach.

Und schließlich das erste offizielle Foto: es ist nur ein einziges Bild – aber was für eines! Der Abenteuerheld im klassischen Outfit in einer Höhle auf einer brüchigen Hängebrücke. Spärliches, mystisches Licht fällt auf ihn ein. Indiana Jones in Reinform. Wenn der ganze Film wird wie dieses Bild, muss sich niemand Sorgen machen.

Jetzt wartet die Fan-Welt auf den ersten Trailer. Es wird spekuliert, dass er erst zusammen mit Avatar 2 in die Kinos kommt, also am 14. Dezember in Deutschland. Der Film selbst startet am 29. Juni 2023.

Ich setze alles darauf: „Indiana Jones und…“ wird ein vielschichtiges Spektakel. Wir werden einen gereiften Helden sehen, der sich mit Witz und Härte auf eine legendäre Suche begibt, inmitten einer fesselnden, ergreifenden Geschichte. Alles andere überlasse ich Ihrer Fantasie. Dem Zuschauer wird der Atem stocken. Ich kann es nicht erwarten.

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Wenn Dinosaurier auf Olympische Winterspiele treffen

Foto (c) Universal Pictures

Was passiert, wenn ein Snowboardfahrer auf der Piste einem Brachiosaurus begegnet? Und hat eine Abfahrtsläuferin eine Chance gegen einen Velociraptor? Mit solchen Fragen beschäftigt sich ein Werbespot, den Universal Pictures für den amerikanischen Sender NBC produziert hat und der zwei Welten miteinander verbindet: die Welt des neuen Jurassic-World-Films, der am 10. Juni in den Kinos startet, und die Welt der Olympischen Winterspiele. In dem zwei-minütigen Spot sieht man, wie die Goldmedaillengewinner Shaun White und Mikaela Shiffrin sowie Weltmeister Nathan Chen ihre persönliche Begegnung der besonderen Art mit Dinosaurier haben.

Die Jurassic-Park-Filme haben schon immer das Unmögliche möglich gemacht – auf der Leinwand wie auch im Marketing. Vom neuesten Film wurden sogar schon die ersten fünf Minuten im Internet veröffentlicht. Jetzt sorgt dieser Fernsehspot für Aufsehen. Er ist aus mehreren Gründen höchst gelungen. Die Idee der Verschmelzung der beiden Welten setzt er mit ästhetischen und atemberaubenden Aufnahmen um. Seine Szenerie passt perfekt zum neuen Film, in dem sich Dinosaurier in freier Wildbahn ausbreiten. Und er gibt einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf die Dinosaurier des kommenden Filmspektakels. Hier der Spot:

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West Side Story: Spielbergs Musical-Wunder

Foto (c) 20th Century Studios

Dieser Film vollbringt etliche Wunder, aber drei davon sind besonders außergewöhnlich. Erstens: die Kritiken. Sie klingen, als ob die Verfasser beim Schreiben noch innerlich getanzt und gesungen hätten. Das kommt bei Kritikern nicht oft vor. Ihre Begeisterung kennt aber wahrlich keine Grenzen: „Einer der besten Filme des Jahres“ jubelt das Magazin Slash Film. Und das ist nur eine Lobeshymnen von vielen: „Atemberaubend“ (Indie Wire), „Ein überschäumendes, modernes Märchen“ (Time), „Eine West Side Story für eine neue Generation“ (Vanity Fair), „Spielberg schenkt dem Musical-Klassiker ein wirklichkeitsnahes, mitreißendes Update“ (Variety), „Eine Liebesgeschichte, die so bedeutsam wie eh und je ist“ (USA Today) und schließlich: „Spielberg schafft das Unmögliche“ (Entertainment). Das Magazin Empire verleiht dem Werk gar die Höchstpunktzahl: fünf von fünf Sternen.

Neuauflage gelungen

Das zweite Wunder: Spielberg ist seine West Side Story in höchstem Maße gelungen, obwohl Neuauflagen problembehaftet sind. Denn neu verfilmt werden meist bewährte Stoffe, und hier hängt die Messlatte hoch. Viele Neuauflagen fallen bei Publikum und Presse durch, entweder weil sie tatsächlich schwächer als das Original sind, oder weil das Original mit ausschließlich guten Erinnerungen verbunden ist. Den prägenden Eindruck von „damals“ kann man nur schwer wiederholen oder gar übertreffen. Und Manches von früher wird auch verklärt. Auch die erste Verfilmung von West Side Story, die auf dem gleichnamigen Broadway-Musical von 1957 beruht, ist grandiose Vorlage und große Bürde zugleich. Ihre Bilanz: zehn Oscars, der erfolgreichste Film von 1961 und längst ein Klassiker.

Spielberg aber variiert diese Verfilmung leicht. Seine Fassung ist außerdem näher am Original-Musical, das er zusammen mit seinem Drehbuchautor Tony Kushner („Lincoln“) um moderne Themen ergänzt hat. Deswegen legt er Wert darauf, dass sein Film kein Remake des Film-Klassikers ist, sondern eine filmische Neuinterpretation des Broadway-Hits. In der Geschichte, die von Shakespeares „Romeo und Julia“ inspiriert ist, geht es um die schicksalhafte Liebe von Tony und Maria. Sie gehören zwei rivalisierenden Jugendgangs, den Jets und den Sharks, im New York der 1950er Jahre an. Besonders wichtig war Spielberg, alle Sharks – im Gegensatz zum Film von 1961 – mit puerto-ricanischen Schauspielern oder US-amerikanischen Schauspielern mit Wurzeln in Puerto Rico zu besetzen. Seine Figuren und ihre harten Lebensumstände sind wirklichkeitsnah. Die Geschichte um Fremdenfeindlichkeit und rassistische Vorurteile habe Bezüge zu unserer Zeit und sei bedeutsamer denn je, sagt Spielberg.

Spielberg kann Musical

Und schließlich drittens: die größte Überraschung des neuen Films ist laut dem Online-Magazin Slate, dass Spielberg ein Genre bravourös beherrscht, in dem er noch nie tätig war. Dabei wollte er schon immer einmal ein Musical inszenieren. West Side Story ist seit seiner Kindheit sein Lieblingsmusical. In die Musik von Leonard Bernstein habe er sich sofort verliebt, schwärmt er. Nun beweist er, dass er auch das kann, und liefert dabei ein Meisterwerk ab. Schon wieder einmal.

Der Film zeigt die ganze Kraft und Vielseitigkeit von Spielbergs Regiekunst. Die Bilder sind in satte, weiche Farben getaucht, die Tänzer wirbeln über die Leinwand, die Kamera folgt ihnen in zahllosen raffinierten Einstellungen. Mittendrin glänzen die sagenhaften Darsteller und Gesangskünstler, allen voran das bezaubernde Paar Tony (Ansel Elgort) und Maria (Rachel Zegler) – er kühn und leidenschaftlich, sie besonnen und liebevoll. Elgort singt mit einer Leichtigkeit und Zegler mit einer Anmut, wie es seinesgleichen sucht. Der Kritiker von The Guardian bekennt: „Ich habe mein Herz an dieses ergreifende, amerikanische Märchen von einer schicksalhaften Liebe verloren.“

Sie werden es nicht glauben

Also machen Sie sich auf etwas gefasst. Und vielleicht geht es Ihnen so, wie es die Time voraussagt: „Sie werden es nicht glauben, bis sie es sehen, und vielleicht selbst dann nicht.“

Jetzt entscheidet erstmal das Publikum an der Kinokasse. Dann stehen Preisverleihungen an, unter ihnen die Oscars. Die wundersame Erfolgsgeschichte von Spielbergs West Side Story hat gerade erst begonnen.

West Side Story läuft seit 9. Dezember 2021 in den deutschen Kinos.

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Jurassic World: Ein neues Zeitalter – Die ersten 5 Minuten

Foto (c) Universal Pictures

Der „Universal“-Schriftzug verblasst, und zurück bleibt die Erdkugel – aber die Kontinente haben diesmal die Form eines Dinosaurierskeletts. So raffiniert und spektakulär beginnt der Film „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“, der am 9. Juni 2022 in die deutschen Kinos kommt. Universal Pictures hat die ersten fünf Minuten jetzt im Internet veröffentlicht. Dieser Prolog führt den Zuschauer in die Welt vor 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier die Erde beherrschten. Eine auf den ersten Blick ruhige Atmosphäre; wunderschön und Ehrfurcht gebietend zugleich. Eine Welt im Gleichgewicht. Dann ein Zeitsprung in die Gegenwart. Ein T-Rex stampft in ein Autokino und sorgt für Angst und Schrecken. Er wird vom Militär gejagt. Der Prolog zeigt: Dinosaurier und Mensch sind nicht dafür geschaffen, zur selben Zeit am selben Ort zu leben.

„Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ ist der dritte Film der Jurassic-World-Reihe und insgesamt der sechste Jurassic-Park-Film. In den Hauptrollen sind wieder Chris Pratt und Bryce Dallas Howard zu sehen. Aus den ersten Filmen kehren Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum zurück. Colin Trevorrow führt Regie, Steven Spielberg produziert. Der Film spielt vier Jahre nach dem vorhergehenden Teil, an dessen Ende die Dinosaurier in die Freiheit entlassen wurden. Das gab es in den höchst erfolgreichen Filmen noch nie: die Dinosaurier breiten sich über ganz Nordamerika aus. Die Reihe entwickelt sich also schlüssig und konsequent weiter.

Der nun veröffentlichte Prolog stimmt den Zuschauer wirkungsvoll auf den zu erwartenden Film ein. Was für eine außergewöhnliche Werbekampagne! Diese fünf Minuten sind atemberaubend, machen Lust auf mehr und steigern die Vorfreude der Fans ins Unermessliche. Das zeigen die ersten Reaktionen der User auf YouTube:

„Ich sage nur wow. So bombastisch, freue mich mega!“

„Ich finde es so viel geiler als einen normalen Trailer, weil vom Plot kaum was verraten wird. Das macht den Film nachher viel interessanter, wenn man die besten Szenen nicht schon aus einem Trailer kennt.“

„Pure Freude, könnte mir das den ganzen Tag ansehen.“

Und die Internetseite Movie Pilot schreibt: „Die ersten 5 Minuten sind schon gigantischer als die letzten beiden Filme.“ Hier der Clip: